Satellitentechnik

MOVE

Bei MOVE-II handelt es sich um einen Kleinsatellit, der am 3. Dezember 2018 in den Weltraum geschossen wurde. MOVE steht für Munich Orbital Verification Experiment. Satelliten der Größe von nur ca. 10x10x10 cm und einem Gewicht von weniger als 1,33 kg werden auch CubeSats genannt. Meist werden auf solchen Satellitenmissionen neue Technologien erprobt, die später in großen Raumfahrtprojekten eingesetzt werden. Auch eignen sie sich aufgrund der geringeren Größe und der niedrigen Kosten zur Ausbildung von Studierenden.

Bei einem CubeSat gibt es die gleichen Systeme wie bei einem großen Raumfahrzeug, sprich Stromversorgung, Bordcomputer, Kommunikation, Lageregelung, Nutzlast – alles muss perfekt zusammenarbeiten. Jeder Fehler, der nicht bis zum Start gefunden wurde, bedeutet möglicherweise das Aus für unsere Mission, denn auf 500 km Höhe und bei 7000 m/s Geschwindigkeit ist ein Boxenstopp unmöglich. Unser Team von 70 Studenten setzt sich zusammen aus Maschinenbauern, Elektrotechnikern, Informatikern und Physikern und wir bauen den Satelliten fast ohne Einbindung von Lehrstuhlmitarbeitern in den technischen Entwicklungsprozess – das ist in Deutschland einzigartig!

Nachdem First-MOVE auf große Begeisterung unter den Studierenden gestoßen ist, wurde 2015 die zweite Mission MOVE-II ins Leben gerufen. Die notwendigen Subsysteme des Satelliten wurden von den Studenten fertiggestellt und getestet. Der Start fand im Dezember 2018 statt und zwar von Kalifornien mit einer Falcon-9 Rakete. Betrieben wird der Satellit nach dem Start, ebenfalls von Studenten, aus dem Mission Control Room am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik (LRT). Die Nutzlast des Satelliten untersucht das Verhalten neuartiger Solarzellen erstmalig in Weltraumbedingungen. Diese Mission wird vom Bundesministerium über das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.