WARR move

Das Munich Orbital Verification Experiment, kurz auch MOVE, ist die Satellitentechnik-Gruppe der WARR. Wir entwickeln einen 6U-CubeSat der dritten Generation – die zwei Vorgängermodelle First-MOVE und MOVE-II/MOVE-IIb sind bereits in den Weltraum gestartet! Unsere derzeitige Mission, MOVE-III, bringt einen ebenso von uns entwickelten Sensor (DEDRA) zum erkennen und identifizieren von millimetergroßem Weltraumschrott und Mikrometeoriten in den Low Earth Orbit (LEO), um dort theoretische Weltraumschrott-Modelle zu verifizieren. Dazu entwickeln wir nicht nur den Sensor, sondern auch alle anderen Systeme des Satelliten, von der Stromversorgung über die Kommunikationssysteme bis hin zu den Magnetorquern, die den Satelliten mithilfe des Magnetfeldes der Erde ausrichten.

Um unseren Satelliten noch während der Entwicklung auf Herz und Nieren testen zu können, schicken wir die Prototypen im Rahmen des MOVE-Programmes mithilfe von Heliumballons regelmäßig in die Stratosphäre – mehr als 30km nach oben!

Aufnahme von einer unserer Ballon-Missionen

Geschichte

Das MOVE-Projekt wurde mit First-MOVE als Projekt für die Doktoranden des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik (LRT) unter Prof. Ulrich Walter ins Leben gerufen.

Nachdem das von Doktoranden des LRT geführte First-MOVE auf große Begeisterung unter den Studierenden gestoßen war, wurde 2015 die zweite Mission MOVE-II ins Leben gerufen. Die notwendigen Subsysteme des Satelliten wurden von den Studenten fertiggestellt und getestet. Der Start fand im Dezember 2018 in Kalifornien mit einer Falcon-9 Rakete statt. Betrieben wird der Satellit nach dem Start, ebenfalls von Studenten, aus dem Mission Control Room am LRT. Die Nutzlast des Satelliten untersucht das Verhalten neuartiger Solarzellen erstmalig in Weltraumbedingungen. Im Anschluss an MOVE-II wurde MOVE-IIb, ein weiterer Satellit derselben Bauart, ins Weltall gesendet.

Diese Missionen werden vom Bundesministerium über das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.

Das Team

MOVE besteht aus mehr als 60 Studenten aus allen Studienrichtungen und allen Semestern – Master wie Bachelor. Unser Team baut den Satelliten fast ohne Einbindung von Lehrstuhlmitarbeitern in den technischen Entwicklungsprozess – das ist in Deutschland einzigartig! Eingeteilt ist das Projekt in mehrere Teams, welche sich mit speziellen Teilen des Satelliten beschäftigen. Sowohl das Design als auch die tatsächliche Implementierung wird von uns selbst durchgeführt.

Die Teams unterteilen sich u.A. in Implementation Teams und Design Teams. Koordiniert und gelenkt durch das Systems Engineering (SE) Team entwickeln die Design Teams Systeme, um die Anforderungen an einen Satelliten zu erfüllen und überlegen sich, wie man den Herausforderungen des Weltraums Herr werden kann. Jedes Design Team ist für sein eigenes Subsystem des Satelliten verantwortlich:

  • ADCS (Attitude Determination and Control System) beschäftigt sich damit, wie man die Position und Richtung des Satelliten akkurat bestimmt und ihn so ausrichten kann, sodass die Sensoren und die Solarzellen in die richtige Richtung zeigen. Ohne dieses System würde unser Weltraumschrott-Satellit genau das werden – Weltraumschrott!
  • COM (Communications) entwickelt das Kommunikationssystem, mit welchem Mission Control später einmal mit dem Satelliten kommunizieren kann und er nicht ungesteuert herumschwebt.
  • CDH (Command and Data Handling) ist für die Datenverarbeitung und das autonome Verhalten des Satelliten zuständig – sozusagen das Hirn des Satelliten!
  • EPS (Electrical Power System) ist verantwortlich für die Solarzellen, Batterien und wohl-regulierte Stromverteilung. Ohne Strom ist im Weltraum nichts los, also muss EPS den Stromhaushalt der Systeme auf den Milliampere genau verwalten.
  • PL (Payload) entwickelt den Debris Density Retrieval and Analysis (DEDRA) Sensor, das Herzstück der Mission, welcher millimetergroße Weltraumschrott-Partikel auffangen und analysieren kann.

Wie der Name es schon verrät, sind die Teams Electrical Implementation, Software Implementation und Mechanical Implementation dafür zuständig, die Designs der Design Teams Wirklichkeit werden zu lassen. Sie löten, programmieren und 3D-drucken alle Bestandteile des Satelliten, und testen sie, sodass sie zu einem Prototypen zusammengebaut („integriert“) werden können.

Natürlich darf auch Mission Control nicht vergessen werden. MC ist für MOVE-II und MOVE-IIb und später natürlich auch MOVE-III zuständig und kommuniziert täglich mit unseren Satelliten, um sie gesund und munter zu halten. Neben all diesen Teams gibt es auch noch das Project Management (PM) Team, welches das Projekt als Ganzes verwaltet, und das PR-Team, zuständig für unsere Präsenz nach außen und auch für all die schönen Bilder hier auf dieser Seite.

Ein Prototyp unseres Satelliten-Busses, für den ersten Ballonstart 2021

Du möchtest mitmachen?

Immer gerne doch! Jeder Student der TUM, LMU, oder einer anderen Hochschule im Großraum München kann bei uns ohne Weiteres mitmachen – egal, welche Studienrichtung, egal, wieviel Vorerfahrung. Schreib uns doch einfach eine E-Mail an satelliten@warr.de oder komm‘ Mittwochs bei uns am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik (LRT) im Gebäude der Maschinenbau-Fakultät vorbei! Mehr Informationen gibt es auch bei uns auf unserer dedizierten Website: https://www.move2space.de/

Wir würden uns sehr freuen, mit dir zusammenarbeiten zu dürfen.

LG, das MOVE-Team.