WARR rocketry

Als Raketentechnik Subgruppe innerhalb der WARR fokussieren wir uns auf die Entwicklung, den Test und den Start von experimentellen Höhenraketen. Unsere kleinste Rakete, die Warr Ex1b, weist eine Länge von 1,6m auf und unsere aktuell größte in Entwicklung befindliche Rakete ist die WARR Ex3 mit knapp 5,5m Länge. Seit dem Start unseres Projekts Nixus im 2020, arbeitet die WARR an allen drei Triebwerksarten, Feststoffmotor, Hybrider-Motor und Flüssigmotor. Vom Triebwerk bis zum Fallschirm, alles wird von uns in Eigenarbeit entwickelt und zum Großteil auch selbst produziert, Über alle 3 Projekte verteilt bestehen wir derzeit aus mehr als 60 Studierenden verschiedenster Herkunft, Studiengänge und Stand im Studium.

Projekt Cryosphere

Durch ein Förderprogramm des DLR Raumfahrtmanagements wurde das „Studentische Experimental-Raketen“ kurz STERN-Programm ins Leben gerufen, welches sich das Ziel gesetzt hatte, studentische Raumfahrtgruppen sowohl mit Beratung als auch finanziell zu unterstützen. Im Rahmen der Förderung dieses Programms entwickelte die WARR ab 2015 das sogenannte Battleship Triebwerk, welches vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt abgenommen und in Lampoldshausen getestet wurde.

Seitdem wird das Battleship im Rahmen des Projekts Cryosphere von der WARR weitergeführt, wobei das Ziel die Weiterbildung von Studentinnen und Studenten ist. Insbesondere der Aufbau von Kompetenzen in der Entwicklung von Hybridraketen wie der WARR Ex-3, welche mittels flüssigen Sauerstoffs und festem Hydroxyl-Terminiertem Polybutadien betrieben wird, liegen hier im Fokus. Unterstützt wird die WARR hierbei durch die Technische Universität München sowie seit kurzem durch das Unternehmen AMDC.

Projekt Nixus

Das Projekt Nixus ist die aufregende, neue Herausforderung, der sich unser motiviertes Team an StudentInnen stellt.
Das Ziel des Projekts ist eine mit Flüssigtreibstoff betriebene Höhenforschungsrakete zu entwickeln, um an den studentischen Raketenwettbewerben „Spaceport America Cup“ und der „European Rocketry Challenge“ teilzunehmen. Die Rakete soll im „30k Student Research and Developed (SRAD)“ Wettbewerbssegment antreten. Neben mehreren Kategorien ist das Hauptziel in diesem Wettbewerb, eine Zielhöhe von 30.000 ft (9144 m) so genau wie möglich zu erreichen. Die Entwicklung des ersten Flüssigkeitsraketentriebwerks bedeutet für das WARR-Raketenteam eine signifikante Erhöhung der Systemkomplexität. Eine Herausforderung, der sich die über 35 am Projekt Nixus beteiligten StudentInnen stellen. Da die Rakete von Grund auf neu konstruiert wird, liegt der Fokus auf der zeitnahen Fertigstellung eines funktionierenden und den Wettbewerbsrandbedingungen genügenden Systems. In den kommenden Wettbewerben werden zukünftige Studentengenerationen das Design optimieren. Ebenso können die hierbei entwickelten Technologien und Kompetenzen in einem zukünftigen, größeren Projekt mit dem Ziel des Überschreitens der Kármán-Linie (>100km Höhe) eingesetzt werden.
Unser Team erforscht, konstruiert und testet viele verschiedene Lösungsalternativen. Fertigung und Tests sind dabei wichtige Bestandteile des Entwicklungsprozesses, welche zur Validierung und Verbesserung von Entwürfen eingesetzt werden. Dadurch ist die WARR nahe an der heutigen kommerziellen Raumfahrtindustrie und ermöglicht es StudentInnen bereits während des Studiums industrierelevantes praktisches Wissen zu erlangen.
Wir sind stolz auf die Erfahrungen in Produktion, Montage, Integration und im Testen, die StudentInnen in unseren Projekten sammeln können. Projekt Nixus bietet mit den zeitnah stattfindenden Hot-Fire-Triebwerkstests auf unserem Testgelände in Garching eine exzellente Möglichkeit die eigenen Fähigkeiten zu erweitern.

Project Nixus Sub-teams:

Das Projekt Nixus wird von mehreren verschiedenen Teams durchgeführt, von denen jedes eine bestimmte Aufgabe hat, um zum Erreichen unseres Ziels beizutragen.

Team für die Bodenausrüstung (GSE):

Das GSE-Team ist der Teil des Projekts Nixus, der an Design, Entwicklung und der Herstellung von Bodeninfrastruktur arbeitet, die wir zum Testen unserer Komponenten benötigen. Der aktuelle Fokus liegt auf der Entwicklung eines Teststands für unsere Triebwerke, der sowohl für Tests der kleineren, kapazitiv gekühlten, als auch der später regenerativ gekühlten Brennkammer in Garching eingesetzt werden kann. Aufgrund der komplexen Natur einer flüssig-flüssig angetriebenen Rakete ergeben sich Herausforderungen sowohl in der Struktur als auch im Fluidsystem unseres Teststands.

Antriebsteam:

Das Antriebsteam hat die Aufgabe, die Prototypen des Antriebssystems zu entwerfen, herzustellen und zu testen. Nach Abschluss der Vorstudie und des Entwurfs für das Treibstoffeinspritzsystem konzentriert sich das Team nun auf die Herstellung der Prototypen, um die Entwürfe noch vor Ende des Jahres testen und optimieren zu können. Das Team untersucht derzeit drei Arten von Einspritzdüsen, wobei es sich die professionelle Designprüfung durch die Ingenieure von Isar Aerospace zunutze gemacht und Ideen und Konzepte mit den führenden Amateur-Raketengruppen in Europa ausgetauscht hat.

Simulationsteam:

Das Simulationsteam befasst sich mit der Simulation der kritischsten Komponenten des Fluidsystems sowohl der Rakete als auch der Bodenausrüstung: die Injektoren, die regenerativen Kühlkanäle der Brennkammer im Originalmaßstab und die wichtigsten Fluidkomponenten des Prüfstands. Wie in der Industrie sind Simulationen wichtig, um das Prototyping zu beschleunigen und entscheidende Phänomene bereits in den Entwurfsphasen vorherzusagen. Mit ihrer Hilfe können wir die Entwürfe optimieren und entscheiden, welcher Prototyp unseren Anforderungen entspricht. Außerdem kann sie die Schwächen des Entwurfs aufdecken. Obwohl die Simulation eine große Hilfe für den Entwurf einiger Teile der Rakete ist, brauchen wir auch die physikalischen Tests, um unsere Modelle zu verbessern und zu sehen, ob sie in der realen Welt funktionieren.

IT und Elektronik:

Man könnte manchmal denken, dass Raketen nur ein paar Tanks und ein Triebwerk sind, doch das ist überhaupt nicht der Fall! Von Control Room und Teststand über Kabel und Funk bis hin zu Flugcomputern und On-Board Kameras arbeitet das Elektronikteam der Raketentechnik daran, dass hinter den Kulissen alles rund läuft. Das bedeutet aktuell die Entwicklung eines primären Flugcomputers und der gesamten Flugelektronik. Eine Typische Aufgabe aus dem Feld der Embedded Systems also, mit dem Endziel beim Flug so viele Daten wie möglich zuverlässig zu sammeln und die Rakete sicher zu fliegen und zu landen.

Struktur:

Das Strukturteam optimiert die Struktur des Prüfstands und entwirft die wichtigsten Strukturkomponenten für die Rakete.

Systemtechnik und Projektleitung (SEPM):

Aufgrund der wachsenden Größe des Teams ist ein starkes Team für Systemtechnik und Projektmanagement erforderlich, um den Zeitplan des Projekts so gut wie möglich zu optimieren und jedem Unterteam den Zugang zu allen relevanten Informationen zu ermöglichen, damit es seine Ziele so schnell wie möglich erreichen kann.

Mach mit!

Wollt Ihr Teil dieses einzigartigen Projektes sein? Wollt Ihr beim Start einer von Euch mitentworfenen Rakete dabei sein und wollt Ihr, dass der neue europäische Höhenrekord euren Namen trägt?

Dann schreibt eine kurze E-Mail an raketentechnik@warr.de und wir nehmen Kontakt mit Euch auf!

Wenn Du ein ambitionierter Ingenieursstudent bist und Interesse an Raumfahrttechnik hast, findest Du hier alles, was das Technikerherz begehrt: Ein tolles Team, komplexe Weltraumtechnik und ohrenbetäubende Triebwerke!
Neben Ingenieuren sind natürlich auch Naturwissenschaftler herzlich willkommen, sich dem breiten Herausforderungsspektrum der Raketenentwicklung zu stellen. Wir freuen uns über motivierte Interessenten aus allen Fachrichtungen!
Ob neu an der TUM oder schon in einem höheren Semester, hier findet sich für alle Einstiegslevel etwas.

Durch die in nächster Zeit anstehenden Testkampagnen hat man auch als Einsteiger rasch die Möglichkeit, den Entwicklungsprozess der Ex-3 hautnah mitzuerleben und bei Triebwerkstests wichtige Aufgaben in Eigenverantwortung zu übernehmen.

Für Masterstudenten könnte vor allem das neue Projekt Nixus interessant sein, da hier die Gelegenheit besteht, das erlernte Wissen aus den Vorlesungen direkt in den Entwurf, die Auslegung und die Konstrution der neuen Rakete zu stecken.

Unterstützt durch: